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Buntes Treiben mit vielen Motorrädern und Menschen an einem Hafen am Wasser.

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Arbeiten an der Telegabel

Info Hans: GABELÖL WECHSELN

Ein regelmäßiger Service beinhaltet immer die Kontrolle der Gabel, die, genau wie dem hinteren Federbein oder den Stoßdämpfern eine der wichtigsten Aufgaben zuzuschreiben ist, wenn es um die Sicherheit des Fahrers / in geht! Meist zu spät, vor allem aber schleichend wird im Grenzbereich fahrend festgestellt, das sich an den Eigenschaften des Motorrades etwas verändert hat!

In den meisten Fällen sind die hygroskopischen Eigenschaften des in der Gabel befindlichen Öls, erkennbar an einer unruhig, schwammig und gefühllosen Gabel , als Grund für diesem Umstand zu sehen. Das hydraulische Öl der Gabel nimmt genau wie Bremsflüssigkeit zunehmend Feuchtigkeit auf, und wird hierdurch in der Leistungsfähigkeit, auch während einer langen Zeit wo das Motorrad nicht benutzt wurde, erheblich eingeschränkt!

Ein Wechsel der hydraulischen Brems und Gabelflüssigkeit ist je nach Beanspruchung nach etwa zwei Jahren fällig!

Sehr wichtig bei allen Arbeiten am Motorrad ist erstklassiges Werkzeug!

Sicher, im Notfall reicht auch ein Schraubendreher oder ein Schlosserhammer aus dem Baumarkt. Aber, alles was darüber hinaus geht ist später an vermurksten, oder sogar überdrehten Schrauben und Muttern erkennbar! Diese Mängel werden bei einem Verkauf an einen technisch versierten Käufer, garantiert zu einem Preisabzug führen! Und wenn es schon Werkzeug aus dem Baumarkt sein muss, dann kauft wenigstens Proxxon!

Das alle Schrauben am Motorrad möglichst mit einem Drehmomentschlüssel angezogen werden sollten, versteht sich von selbst!

SICHERHEITSVERMERK
Bitte zunächst den Bericht lesen, und dann erst mit der Arbeit beginnen! Seid ihr Euch nicht absolut sicher diese Arbeiten ausführen zu können, dann lasst lieber die Finger weg!

Denn hier geht es um Eure Sicherheit!

Nachfolgende Arbeiten beziehen sich auf konventionelle Telegabel!

Auch wenn nur das Hydrauliköl gewechselt werden soll, muss das Motorrad ( wie unten beschrieben ) gesichert werden! Die seitlich am Tauchrohr befindlichen kleinen Schrauben, als auch die oberen Verschlussschrauben sind zu entfernen! Nun wird mit leichtem Druck das Öl aus der Gabel gedrückt! Diese Arbeit kann erheblich vereinfacht werden, indem man mit geringem Luftdruck, das alte Öl aus der Gabel drückt!

Abschließend werden durch Beigabe von Lampenöl, sämtliche alten Rückstände mittels Druckluft herausgespült! Sind diese kleinen seitlich am Tauchrohr befindlichen Ablassschrauben nicht vorhanden, muss das Vorderrad ausgebaut werden! Das Tauchrohr von unten betrachtet erkennt ihr eine kleine Innensechskantschraube, die herausgenommen werden muss.

Achtet auf die untergelegten aus Kupfer bestehende Unterlegscheiben, die je nach Zustand zu erneuern sind! Nachdem das alte Öl aus der Gabel entfernt wurde, können die unteren Verschlussschrauben mit viel Feingefühl wieder eingesetzt werden. Die Gabel kann nun mit frischem Hydrauliköl befüllt werden, beachtet die Werksangaben!

Beachtet unbedingt das werksseitig angegebene Luftpolster, das bei einer Telegabel mit Anti Dive System, infolge unterschiedlicher Befüllungen, auch ein unterschiedliches Luftpolster hat!

AUSBAU DER GABEL

Versuche möglichst diese Arbeit in einer Garage durchzuführen! Denn es muss in jedem Fall gewährleistet sein, das die Gabel frei stehen , und das Vorderrad ausgebaut werden kann. Wer nun keine Hebebühne mit der Möglichkeit hat, das Hinterrad zu sichern, der ist bestens beraten einen Unterstellbock, der angepasst unter den vorderen Rahmen geschoben wird, zu verwenden!

Zunächst müssen alle relevanten Schrauben leicht gelöst werden! Lenker welche am Standrohr angeklemmt sind müssen abgenommen, und seitlich neben die Brücke gelegt werden, nicht ohne darauf zu achten, das jene mit Lappen umwickelt sind! Aufsitzende SB Brücken sind ebenfalls zu lösen!

Zu lösen sind alle Schrauben, die das Vorderrad halten! Hierin eingeschlossen auch die Mutter der Achse! Anschließend sind alle Schrauben zu entfernen, die die Bremssättel halten. Achtet peinlichst genau auf die Schrauben, die unter Umständen unterschiedliche Maße haben können! Die Bremssättel können nun abgenommen und mit einem Lappen umwickelt zur Seite gehangen werden!

Sicherheitshalber ist zwischen die Bremsbeläge ein Stück Holz einzusetzen, welches mindestens die Stärke der Bremsscheiben hat! Sind keine Beläge montiert, muss die Stärke der Beläge hinzugerechnet werden! Somit wird verhindert, das zum Beispiel ein bei dieser Arbeit zuschauender Kumpel... dem es langweilig wird ... den Bremshebel betätigt, und damit die Kolben aus den Zangen drückt (...leider schon so gelaufen...)!

Nun ist der Kotflügel zu entnehmen, der in den meisten Fällen nach vorne weggezogen werden kann! Zum Schluss sind die oberen Verschlüsse der Standrohre zu lösen, und sämtliche an der oberen und unteren Gabelbrücke befindlichen Schrauben leicht zu lösen!

Beachtet die Reihenfolge der zu verrichtenden Arbeiten!

NUN WIRD DAS MOTORRAD WIE OBEN BESCHRIEBEN GESICHERT!

Du hast nun das Vorderrad herausgenommen, bei dieser sich anbietenden Gelegenheit die Bremsbeläge kontrolliert und die Bremsen mit Bremsenreiniger eingesetzt! Nun können die Schrauben der Gabelbrücken komplett gelöst, und die Standrohre nach unten herausgezogen werden!

Nun nimmst Du am besten Arbeitshandschuhe, und löst langsam die oben sitzenden Verschlusskappen, nicht ohne den Druck der auf selbigen sitzt zu unterschätzen! Die unter den Verschlusskappen sitzenden Gabelfedern, Unterlegscheiben oder Distanzhülsen sitzen unter zum Teil sehr großem Druck! Diese Arbeit lässt sich sehr gut meistern, indem man eine passende Nuss aufsetzt. Nun wird mit leichtem Gegendruck die Verschlussschraube komplett herausgeschraubt!

ACHTUNG HIER BESTEHT SEHR HOHE VERLETZUNGSGEFAHR!

Nun ist der Sitz der Gabelfedern zu markieren, denn diese sollen später wieder in die alte Position gebracht werden! Nun kannst Du die Federn vorsichtig herausnehmen. Nimm einen alten Lappen, und lass die Federn beim herausziehen durch ihn hindurch gleiten, dies macht die Sache nicht ganz so schmuddelig. Sehr sinnvoll ist es, diese Arbeiten in den Abendstunden durchzuführen, und über Nacht die Gabel mit der oberen Öffnung nach unten aufgehangen, sich selbst zu überlassen. Nur so gelangt das alte Öl restlos aus der Gabel!

Sehr sinnvoll ist überdies die Hinzugabe von Lampenöl, somit werden alte, oder verklebte Rückstände aus der Gabel entfernt. Ein Auffanggefäß mit wenigstens einem Liter Fassungsvermögen reicht aus, um das alte Gabelöl aufzufangen! Am nächsten Morgen werden die seitlich, oder unterhalb sitzenden Ablassschrauben entfernt! Mit ein wenig Druckluft, durch die große Öffnung des Standrohres hinzu gegeben, werden alle Reste des alten Öls aus der Gabel herausgedrückt!

GABELSIMMERRING ERNEUERN

Im Gegensatz zu anderen Motorradherstellern, vorausgesetzt es handelt sich um keine USD Gabel, ist es bei der Marke HONDA relativ einfach, schnell und sauber die Simmerringe wechseln zu können!

Zunächst ist die Staubkappe zu entfernen, und der darunter liegende Sprengring zu entfernen!

Wenn ihr von oben in das untere Ende der Tauchrohre seht, erkennt ihr die bereits beschriebene kleine Innensechskantschraube. Diese ist zu entfernen! Unter dieser Schraube sitzt eine Unterlegscheibe, die je nach Zustand erneuert werden muss!

Nun nehmt ihr das Tauchrohr in die linke Hand, und das Standrohr in die rechte Hand. Dann könnt ihr mit mehreren kräftigen auseinander ziehenden Bewegungen das Standrohr aus dem Tauchrohr ziehen. Der Simmerring kann nun entfernt werden. Unbedingt zu beachten ist hierbei, mit welcher Seite der alte Ring im Tauchrohr gesessen hat!

Für den nun nachfolgenden Zusammenbau ist eine sauber durchgeführte Arbeit von sehr entscheidender Bedeutung! Überdies soll ja die einwandfreie Funktion der Gabel gewährleistet werden!

Das Standrohr kann nun vorsichtig in das Tauchrohr abgelassen werden. Die kleine Innensechskantschraube, und die darunter sitzende Unterlegscheibe sind wieder im Tauchrohr zu befestigen!

TIPP, Gabel mit Anti Dive

Infolge der Tatsache, das die Seite der Gabel, wo das Anti Dive System montiert ist immer zuerst greift, stellen sich langfristig leichte Verbiegungen des Standrohres ein! Es kann daher vorkommen, das die Simmerringe genau an diesem Standrohr öfter undicht sind! Selbst neu verbaute Ringe ändern an dieser Tatsache wenig! Es macht Sinn, dieses einseitig überbelastete Standrohr einmal jährlich zu lösen, und die Vorderseite nach hinten zu drehen!

Auch ein Wechsel der Standrohre untereinander ist je nach Alter des Motorrades zu empfehlen! Beide Standrohre müssen hierfür allerdings absolut identisch sein!

Nun kommt dem alten Simmerring eine entscheidende Bedeutung zu!

Zunächst wird der neue Simmerring in die vorhandene Nut gelegt, und vorsichtig mit den Fingern heruntergedrückt! Nun wird der alte Simmerring auf den jeweils neuen gelegt, und mit sehr vorsichtigen, leichten rundum laufenden Schlägen mit einem sehr kleinen Schlosserhammer, eingetrieben! In dem Moment, wo ihr die Nut für den Sprengring seht, ist unbedingt auf zu hören! Am effektivsten ist aber eine passende Hülse, mit welcher die Kraftübertragung zum eintreiben des Ringes optimal umgesetzt werden kann! Unsere Schrauber Bilder zeigen Euch wie das geht.

Nun wird der Sprengring eingesetzt, und die eventuell neue Staubkappe ihrem Arbeitsort zugefügt!

GABEL BEFÜLLEN

Die Ablassschraube nebst Unterlegscheibe ist mit viel Feingefühl wieder in die alte Position verbracht worden!

Das zum Befüllen benötigte Hydrauliköl habt ihr den Werksangaben entsprechend eingekauft. Die Menge des Öls entsprechend hinterfragt, oder Euch gleichzeitig bei diversen Zubehörlieferanten eine Liste für das Motorrad ausgedruckt, wo alle technischen Daten auf einen Blick erkennbar sind! Auch wenn ihr nicht den Meister machen wollt, ein Reparaturbuch, oder noch besser ein Werkstatthandbuch kann sehr wohl dazu beitragen, das ihr in aller Ruhe schrauben könnt!

Beachtet unbedingt die Füllmenge, als auch das werksseitig vorgegebene Luftpolster! Beide Angaben beeinflussen die spätere Funktion der Gabel sehr entscheidend!

Ihr befüllt nun die Gabel gemäß den Werksangaben, und pumpt mindestens so lange, bis die befüllte Menge Öl nach unten geflossen, und die im Tauchrohr befindliche Luft herausgedrückt ist! Nun werden die Standrohre vorsichtig heruntergedrückt, und mit einem Draht das in der Gabel befindliche Luftpolster abgenommen. Nun wird die Differenz zwischen dem in der Gabel befindlichen Öl, und der Oberkante des Standrohres mittels Zollstock gemessen! Dieses Luftpolster muss in beiden Seiten absolut identisch sein!

Bei Gabeln mit Anti Dive werden wie schon beschrieben unterschiedliche Füllmengen vorgeschrieben, die auch ein unterschiedliches Luftpolster mit sich bringen! Es könnte je nach Konstruktion des Innenlebens einige Zeit dauern, bis das gesamte Öl in das Tauchrohr gelaufen ist!

Einige Hersteller haben ab Werk eine sehr weiche Grundabstimmung der Gabel. Es macht daher durchaus Sinn, die Gabel mit ein wenig mehr als vom Werk vorgegeben zu befüllen! Am Beispiel einer CBR 1000 SC 24, die eine Füllmenge je Gabelhälfte von 495 ml hat, könnte eine Erhöhung auf 500 ml schon ein wesentlich besseres Ansprechen bringen! Allerdings kann dieser Tipp nicht generell angewandt werden, denn hier spielen Faktoren, wie, das Gesamtgewicht der Personen an Board, als auch die äußeren Bedingungen eine sehr entscheidende Rolle! Bedenke in diesem Zusammenhang die Materialausdehnung, die in den Sommermonaten nicht zu unterschätzen ist!

Nun können die Gabelfedern, nebst Distanzhülsen und Unterlegscheiben wieder in die Gabel verbracht werden, und mit den oberen Verschlusstopfen wieder verschlossen werden! Beachtet, das die Schrauben als auch die Standrohre aus Aluminium sind, die Gewinde sind sehr empfindlich! Der nachfolgende Zusammenbau aller Teile dürfte nach dieser Arbeit das kleinste Problem für Euch sein!

Bezüglich Gabelfedern kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, das der Ersatz gegen progressiv gewickelte Federn, immer eine Verbesserung darstellt! Beachtet das beim Wechsel der Gabelfedern eventuell Spezial Öl laut Hersteller verwendet werden muss!

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