Wer rastet der rostet
Info Hans: Wer rastet der rostet
Diese so oft gebrauchte Redewendung könnte von einem Schlosser kommen, der sich vor Jahrzehnten wieder einmal vor der Situation stehen sah rostige Schraubverbindungen lösen zu müssen. Was lag also näher als der rostenden Verbindung aus purer Verzweiflung heftig eine auf den Kopf zu zimmern. Hierdurch wird zwar nicht wie vielerorten angemerkt das Denkvermögen erhöht, dafür aber die für alle Ewigkeit festsitzende Verbindung entspannt, wonach diese u.U. gelöst werden.
Bevor ich mich aber mit dem Thema festgerostete Schraubverbindungen richtig beschäftige, möchte ich einen besonders wichtigen, wenn nicht entscheidenden Hinweis loswerden. Jeder von uns, der in jungen Jahren womöglich erstmalig an einem Fahrrad o.ä. einen Schraubenschlüssel angesetzt hat, wird sich erinnern können wie schnell billige Schrauber überdreht, oder Muttern nebst Schrauben auf ewig beschädigt worden sind. Aber auch die gelegentlich als Bordwerkzeug bezeichneten Schraubenschlüssel - Schraubendreher eignen sich wenig damit eine Reparatur angehen zu können. Zu diesen Themen haben wir uns eigentlich schon sehr ausführlich geäußert. Aber dennoch: Sollten Schrauben gewechselt werden müssen, kommt man an Originalschrauben nicht vorbei (besonders dann, wenn absolut perfekt restauriert werden soll). Sollte es nicht möglich sein diese besorgen zu können, sollte zumindest gleichwertiger Ersatz aus dem Fachhandel Verwendung finden. Unter keinen Umständen darf Material z.B. aus dem Baumarkt verbaut werden, weil deren Materialeigenschaften keiner DIN Norm entsprechen. Auch das Thema Werkzeug schließe ich in die Überlegungen grundsätzlich ein!
Merke: Das perfekte Endergebnis hängt immer vom verwendeten Werkzeug ab!
( Ausnahmen bestätigen die Regel, oder: Es hat nicht jeder von uns ein Schweiß - gerät für alle Schrauber technischen Lebenslagen zur Hand. ... insider ...
Festsitzende rostende Schraubverbindungen sind durchaus in der Lage selbst den perfektesten Schrauber zur Weißglut zu bringen. Selbst übelste Flüche ändern sehr wenig daran das Problem in den Griff zu bekommen. Ok, der Überdruck ist raus, aber ansonsten steht jeder unvorbereitet vor einer schier unlösbaren Aufgabe. Es muss daher ausdrücklich darauf hingewiesen werden, das einer der Materialien welcher immer vor Ort sein muss, nicht anderes ist als Rostlöser. Hierbei macht es zunächst ausnahmeweise keinen Unterschied ein teures oder preiswertes Produkt zu verwenden, weil niemals garantiert werden kann eine festsitzende Verbindung wirklich lösen zu können. Der oben beschriebene Schlag auf den Kopf sowie die je nach Möglichkeit vorhandene Change, Schrauben mittels Brenner zu erwärmen ist immer noch besser als mit miesem Werkzeug und roher Gewalt alles zu vernichten.
Und wie immer gilt es bei Arbeiten dieser oder ähnlicher Art absolute Ruhe zu bewahren. Auch wenn ich mich daran erinnern kann das ein oder andere Werkstück schon in hohem Bogen gegen die Wand gepfeffert zu haben, habe ich zu einem späteren Zeitpunkt erkannt das es nicht geholfen, sondern den Schaden nur noch vergrößert hat. Denn bereinigt betrachtet fehlte es vor der Situation entweder an speziellem Werkzeug - Zubehör, oder einfach nur an Zeit und Muße. Also ist Vorbereitung das Stichwort. Hierzu zählt auch z.B. nicht einen Simmerring der Gabel zu wechseln, sondern ( wo die Gabel mal raus ist ) gleich beide zu wechseln.
Zurück zum Rost kommend darf ein Produkt besonders hervorgehoben werden welches durchaus geeignet ist auch Grenzfälle angehen zu können. * WD 40 *. Sehr wichtig hierbei grundsätzlich immer genügend Einwirkzeit zu berücksichtigen!
Aber auch zukunftsorientierte Gedanken schaden nicht. Denn irgendwann einmal sollen - oder müssen Schrauben wieder gelöst werden. Also knallt man diese nicht nach Gusto, sondern mit einem Drehmomentschlüssel laut Vorschrift an.