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Vario Fußrasten

Info Hans: Vario Fußrasten

Um den genauen Hintergrund zum Entschluss für Vario Fußrasten nachvollziehen zu können, ist zunächst wichtig zu wissen das ich infolge eines Unfalls und den damit verbundenen mehrfach stattgefunden Operationen lediglich eine maximale Beugung des linken Beines von etwas über 90 Grad habe. Diese Einschränkung ist bezogen auf die Sitzposition, als auch bezüglich der Schaltung eines Motorrades äußerst problematisch zumindest dann, wenn man sich nicht entschließen möchte zukünftig nur noch Chopper zu fahren. Mir blieb also zunächst keine andere Wahl, als alle Motorradhändler in Köln zu besuchen, um dort die gegebene Möglichkeit war zu nehmen durch Probesitzen ein Motorrad zu finden welches in Lage ist dem vorliegenden Handicap ansatzweise gerecht zu werden.

Unabhängig der unterschiedlichen Marken und damit auf dem Markt befindlichen Motorradmodellen, nicht zu vergessen deren individuelle Vorzüge, aber auch zu erkennende Nachteile, verbunden mit den Gesamtkosten welche letztlich von der guten Inzahlungnahme meines Motorrades abhängig ist, ließ unter Berücksichtigung aller Kriterien lediglich nur drei Motorräder übrig bleiben.

Das ich mich letztlich für eine Yamaha FZ 6 Fazer entschlossen habe ist eher einem Zufall zu verdanken. Denn zunächst nicht in der näheren Auswahl stehend entdeckte ich von weitem betrachtet sofort, das dieses Modell bedingt durch die hochgezogene unter dem Sitz verlaufende Auspuffanlage eine sehr positive Änderung der Rahmengeometrie erfahren hat, und somit das Winkeldreieck optimal gestaltet wurde. Auf dem Motorrad sitzend wurde dann auch sehr schnell klar das hier eine Entscheidung getroffen werden konnte, vorausgesetzt ich finde eine Möglichkeit die Fußrasten dem Handicap entsprechend ein wenig anpassen zu können. Das Angebot eines Händlers die Serienraste links mit einem Winkel zu versehen der individuell angepasst werden würde, hat mir zwar vom Angebot her sehr gefallen, ist aber bereinigt betrachtet den Ansprüchen an die Optik eines neuen Motorrades eher wenig förderlich. Zusätzlich muss festgehalten werden das diese individuelle Konstruktion bei allem guten Willen von Seiten des Händlers, nicht verstellbar, wenig individuell aus Stahl gefertigt werden sollte, und nebenbei bemerkt einseitig verbaut offensichtlich zu erkennen gibt das hier womöglich ein Behindertenfahrzeug unterwegs ist.

Bereinigt betrachtet verblieben nunmehr drei Themen welche abgearbeitet werden mussten um die Kaufentscheidung abschließen zu können. Die Kaufpreissumme, die Inzahlungnahme, sowie eine zu suchende Alternative für den Umbau der Fußrasten. Letztere war wie beschrieben absolute Voraussetzung um mich entscheiden zu können.

Dank stundenlangem surfen im Internet wurde aus technischer Sicht, aber auch aus rein kaufmännischen Gründen betrachtet schnell klar das die einzig machbare Alternative zu Komplett-Rastenanlagen, die lediglich nach hinten/unten/oben versetzt werden können, die Vario Fußrasten bleiben, welche mit Adaptern in unterschiedlichen Längen auf der Originalhalteplatte des Herstellers montiert werden, und dank einem Gelenk zusätzlich einen 8fach verstellbaren, also sehr individuellen Einstellbereich bieten. Ebenfalls sehr wichtig dürfte sein das durch diese Konstruktion keine weiteren Änderungen bezüglich der Bremse, Schaltung und vor allem dem ABS Anschluss nötig werden, und auch hier Einsparpotential zu erkennen ist.

Es ist somit den Vario Fußrasten zu verdanken das ich mich zu diesem Zeitpunkt in der glücklichen Position befinde meinen Entschluss für eine Yamaha FZ 6 um setzen zu können. Nach einigen zugegeben ...auch sehr unerfreulichen Verhandlungen ... verblieb die Firma Kiefer GmbH, welche absolut seriös beste Voraussetzungen bot dort mein neues Motorrad zu kaufen.

Einige Tage später öffnete die Motorradmesse Dortmund ihre Hallen. Auch wenn ich mir im Letzen Jahr vorgenommen hatte diese Messe nicht mehr besuchen zu wollen, nutzte ich das herrliche Wetter um dennoch nach Dortmund zu fahren, gleichzeitig mit der Hoffnung verbunden dort das Angebot der auf dem Markt angebotenen Vario Fußrasten begutachten zu können. Erfreut ließ sich zunächst feststellen das sich einiges zum positiven entwickelt hat, was dem Wohlfühlgefühl der Besucher sehr entgegen kommt. Sehr bewusst bekannte Hersteller für Fußrasten Anlagen ansteuernd stellte sich zu meinem Bedauern Unverständnis deswegen ein, weil keiner dieser Firmen in der Lage war eine Alternative an zu bieten. Mehr noch ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren das einige Firmen den Bezug zur Realität verloren nur auf das eigene Produkt fixiert, nicht nachvollziehen konnten das die Möglichkeit bestehen könnte, mit einem preiswerten Produkt behindertengerecht umbauen zu können. Richtig, ich schreibe ganz bewusst behindertengerecht, weil ich absolut sicher bin das ich nicht der einzige bin der nach einem Unfall behindert ist, aber wie ich darauf angewiesen ist eine möglichst adäquate Unterstützung von Seiten der Industrie eingeräumt zu bekommen. Den zusätzlichen Hinweis in Richtung Verkaufsstrategie zur Kompensation fehlender Umsätze, Bruttonutzen, somit auch Arbeitsplätzen belasse ich im Raum stehen!

Fast die Hoffnung aufgebend auf dieser Messe das von mir gesuchte Produkt angeboten zu bekommen, wurde ich auf Anfrage an einem Stand für allerlei Zubehör freundlich darauf hingewiesen das die Firma Motacc ein vergleichbares Produkt anbieten würde.

Also fliege ich durch die Hallen um die Firma Motacc zu besuchen. J

Am Stand angekommen ist sofort zu erkennen das man ganz bewusst auf die Möglichkeiten der Vario Fußrasten hinweisen möchte, und platziert ein entsprechend umgebautes Motorrad an welchem sowohl die Beifahrer als auch die Fahrerfußrasten umgebaut worden sind. Hier gebe ich zu auch emotional begeistert zu sein, denn für mich bedeutet es letztlich wie oben beschrieben das ich mich in naher Zukunft mit meinem neuen Motorrad fahren sehen darf.

Zunächst begutachte ich am ausgestellten Motorrad die Verarbeitungsqualität, die Passform im Träger, als auch den optischen Eindruck, um danach das Gespräch mit den Leuten vor Ort zu führen. Und genau jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen, denn als ich Herrn Heid von meinem Handicap erzähle und gleichzeitig auf die Möglichkeiten der Vario Fußrasten zu sprechen komme, nimmt man sich nicht nur sehr viel Zeit die einzelnen Funktionen vor zu führen, sondern zeigt bedingt durch die vorgebrachten Argumente sofort wie hoch das zusätzlich verborgene Potential dieser Konstruktion ein zu schätzen ist. Man könnte in diesem Zusammenhang auch rüber bringen, das sich hier zwei praxisorientiert denkende Menschen zu einem freundlichen Gespräch gefunden haben, um sich gegenseitig aus zu tauschen. Das ich die Möglichkeit angeboten bekomme einen Messepreis bei Barzahlung eingeräumt zu bekommen überzeugt mich den Deal abschließen zu können. Bereits 5 Tage später treffen die Fußrasten, welche ich mit 50 mm Adapter bestellt habe ein.

Es dürfte klar sein das ich noch am gleichen Tag den Anbau realisiert habe. Hierbei stellte sich aber heraus das die von mir bestellten 50 mm Adapter zu wohlwollend ausgefallen sind, was aber weniger an der Länge der Adapter liegt, sondern vielmehr in der Tatsache begründet ist das die ab 04 gebauten Yamaha FZ6 Fazer das Kassettengetriebe der R6 verbaut bekommen haben, welches über ein Gestänge innerhalb des Rahmens betrieben kaum Platz belässt dieses optimal auf geänderte Fußrasten einstellen zu können. Praxisbezogen schlägt nach der maximal machbaren Einstellung das untere Gelenk beim einlegen in den ersten Gang an den Fußrasten-Träger. Bei dieser Gelegenheit wurden zusätzlich, da die Vario Fußrasten ein wenig nach außen bauen, sowohl das Bremspedal als auch die Schaltwippe angepasst. Nach einer ausgiebigen zufriedenstellenden Testfahrt montierte ich 30 mm Adapter, und stellte hiernach auch eine optimale Stellung der Schaltwippe fest.

Abschließend bleibt fest zu halten das dieses vergleichbar günstige technisches Konzept tatsächlich in der Lage ist je nach Motorradmodell eine maximale Beugung von 90 Grad zu realisieren. Die Abschlussbilanz kann sich unter Berücksichtigung der Tatsache das die auf dem Markt befindlichen komplett Fußrasten-Anlagen nicht in der Lage sind ebenso eingestellt zu werden, mehr als sehen lassen. Wer zusätzlich die Preisgestaltung dagegen hält wird alleine hierdurch mehr als überzeugt sein. Ein absolut herausragendes Produkt!

Die Firma Motacc hat sich nach einem Telefonat nicht für einen generell festgelegten Rabatt entscheiden können, weil man besondere Rücksicht auf die Verbindung zur Händlerschaft nimmt. Es wurde uns aber am 21.3.07 mitgeteilt das eine Bestellung von uns mit einem Rabatt versehen werden wird.

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